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Albert's PistenBully 36.145 D

Im Fachmagazin Rad & Kette 1/2016 ist ein 9-seitiger Artikel von mir über die Enstehung und Überarbeitung des PB145D erschienen.

Der Artikel ist hier als PDF zum Herunterladen verfügbar, mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

PB120 einst
Der ursprüngliche PB145D mit dem 2. Kettensatz aus Alu

Das Modell im Maßstab 1:8 des Kässbohrer PistenBully 36.145 D wurde von Albert als Teenager 1974/75 gebaut. Mit ziemlicher Sicherheit ist es weltweit das erste Funktionsmodell einer Pistenraupe, die Erstfahrt war am 29. 3. 1975.

Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten zu dieser Zeit waren Antrieb und Ketten nicht sehr stabil, das Modell fuhr zwar, aber es war nach den ersten Einsätzen schnell klar, dass Verbesserungen notwendig waren. Diese sind dann aber irgendwie stecken geblieben, und erst 35 Jahre später wurde ein neues Fahrwerk mit neuen Ketten in Angriff genommen.

PB120 mit ersten Ketten
PB145D am 29.3.1975 mit dem ersten Kettensatz aus Holz/Plastikstegen.
Albert mit PB120

Dieses raren Bilder zeigen den PB145D am 29. März 1975 mit den ersten Ketten, die aus einer Holzvierkantleiste mit aufgeklebtem ABS-Steg bestanden, und mit Pattex auf die Gummibänder geklebt wurden. Sie sahen zwar schön aus, aber leider fielen sie bei den ersten Fahrversuchen der Reihe nach ab. Ich machte dann neue Ketten, die aus gekanteten Alublechprofilen bestanden, welche auf Nylonbänder genietet wurden.

Die Fotos habe ich im Mai 2014 zufällig in der Diasammlung meines Vaters entdeckt.

Auf dem Bild war ich 14 Jahre alt.

Fahrgestell
Das neue Fahrgestell auf Pistenking-Basis

Die Karosserie wurde aus Sperrholz und Balsaholz aufgebaut, ebenso die ursprüngliche Fahrwerkswanne. Für das Getriebe wurden verschiedene Varianten ausprobiert, zum Schluss blieb es bei einem Schneckenantrieb von Fischer Technik. Mitte der 70er-Jahre war gerade für ferngesteuerte Fahrzeugmodelle herzlich wenig auf dem Markt. Die Batterien waren Bleiakkus mit Säurefüllung, nicht abgedichtet, also damit musste vorsichtig umgegangen werden.

Die Fernsteuerungen kosteten damals noch ein Vermögen, für die Servos gab es Schnellwechselvorrichtungen, damit man sie von einem Modell zum anderen transferieren konnte. Deshalb war jedes Teil an diesem Modell selbstgefertigt, z.T. mit einfachen Methoden und oftmals ohne Kenntnis der auftretenden Kräfte.

Inzwischen wurde die Platform aus Aluprofilen und -blechen neu gemacht und mit der Wanne verklebt, und das originalbelassene Fahrerhaus repariert, mit neuen Scheiben versehen und abnehmbar montiert.

Plattform
Verkleben der Plattform mit Wanne
Verkleben der Plattform mit der Wanne
Kette
Neue "Steinbock"-Kette

Der PB145D war somit zum ersten Mal seit über 35 Jahren wieder einsatzbereit. Es dauerte dann wieder ein paar Jahre, bis ein neuer Geräteträger für die Nachlaufwalze in Angriff genommen wurde.

Unter Videos gibt es ein Video über den Testlauf, und natürlich auch eines vom aktuellen Modell.

 

 

Nachlaufwalze

Der Geräteträger für die Nachlaufwalze wurde in Mischtechnik erstellt: verlötete und verklebte Hohlprofile aus Messing sowie Aluminiumprofile und -teile. Die neu angeschaffte Stepcraft 420 CNC-Fräse leistete dabei gute Dienste.

Die Nachlaufwalze ist noch original von 1975, sie besteht aus Holz und wurde von meinem Vater in unserer Schreinerei gedrechselt.

Hier sind die Teile vor dem Lackieren zu sehen, man erkennt gut die unterschiedlichen Materialien.

Für die Hubfunktion wurde ein mechanischer CTI-Zylinder gewählt. Er stammt noch aus der ersten Serie und erwies sich leider als ziemlich fehleranfällig. Er bleibt gern in den Endstellungen stecken, und ist leistungsmäßig an der Grenze für die relativ schwere Walze.

Die Ausgleichfunktion (Schwimmstellung) übernimmt der Anpresszylinder, welcher innen Federn hat. Diese dienen auch als Dämpfer wenn die Walze beim Anheben in die Ruhestellung kippt.

 

Erste Testfahrten im Schnee verliefen erfolgreich, und die Walze erzeugt das typische Pistenbild der 70er-Jahre. Die meisten Pistenraupen hatten damals noch keine Räumschilder, und wurden oft nur zum Glattplanieren von Neuschnee eingesetzt.

Nach dem Lackieren wurden die Hydraulikschläuche angebracht. Der CTI-Zylinder wird durch einen "stromführenden Hydraulikschlauch" versorgt, der aus einem passenden Koaxial-Kabel gemacht wurde, was allerdings eine ziemliche Fummlerei war.


PB145D Modell mit dem "45-Jahre Kult" Jubiläumsposter aus den PistenBully News Nr 4 2014/15

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