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Albert's PistenBully 400 ParkPro 4F

Letzte Änderung: 15. Dez. 2017

Die Idee eine ParkPro Version zu bauen hatte ich schon länger, und da wir nun unsere eigenen Mikro-Hydraulikzylinder herstellen können, rückte dies in greifbare Nähe. Die langen Verfahrwege des Schildes lassen sich fast nur mit Modellhydraulik realisieren, und zudem ist der Neigungszylinder am Schubrahmen montiert und nicht an der Wanne. Dieser muss beim ParkPro-Schild funktionsfähig sein, weil das Schild durch den Wegfall der Parallelogrammführung beim Anheben die Neigung ändert.

Außerdem erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten deutlich: statt hinter dem Haus Bahn um Bahn eine Piste zu präparieren, kann damit ein Fun-Park mit Kickern und Obstacles errichtet werden.

Wenn schon, dann sollte es natürlich das Topmodell in der Parkbearbeitung sein, nämlich der PB400 ParkPro 4F.

Neben der coolen Lackierung in rot/schwarz sind die neuen Lufteinlässe die markantesten optischen Änderungen zum PB400 Basismodell.

Das Modell ist ein Umbau von meinem PB400, der hier im Detail beschrieben ist.


Im Fachmagazin Rad & Kette 1/2018 ist ein 4-seitiger Artikel von mir über den Bau der PB400 ParkPro 4F Karosserie erschienen. Teil 2 über die Anbaugeräte folgt.

Ich habe es wieder auf die Titelseite geschafft!

Der Artikel ist hier als PDF zum Herunterladen verfügbar, mit freundlicher Genehmigung des Verlags.


Von Kässbohrer erhielt ich freundlichwerweise gleich die notwendigen Zeichnungen, und Adrian Humbel hat dringend benötigte Detailfotos von den Lufteinlässen und dem Rucksack beigesteuert. Danke!!!

Also war seit langer Zeit mal wieder 3D-Modellierung im CAD angesagt um die Form des Lufteinlasses zu erstellen. Links ein Vergleich des CAD-Modells mit dem Original.

Die Tiefziehformen habe ich auf meiner Stepcraft 400 CNC-gefräst, die damit ihren ersten echten 3-Achs-Einsatz hatte. Die Steuerung erfolgt über die bewährte Mach 3 Software. Ein Fräsvorgang dauert ca. 1,5 Stunden pro Lufteinlass.

Tiefziehformen für die 4F-Lufteinlässe vor dem Verschleifen mit gut erkennbaren Fräserbahnen

 

Nachdem die Formen verschliffen und lackiert wurden konnten die ersten Lufteinlässe tiefgezogen werden.

Die Blechteile des Rucksacks wurden im CAD erstellt und dann aus speziellem Riffelblech gelasert. Der Auspuff wurde als 3D-Druckteil gefertigt. Ein paar weitere Details wie zB der Tankstutzen für den Urea-Tank wurden als Gussteile erstellt. Dazu wurden sie zuerst in High Definition Acrylate gedruckt, einer neuen Drucktechnik die feinste Details zulässt, und dann in Silikon abgeformt. Wegen der großen Lufteinlässe habe ich die sichtbaren Details hinter den Lufteinlässen in CAD modelliert und drucken lassen. Fahrerseitig sieht man die Hydrauliksteuerung zum Anheben der Fahrerkabine und Plattform, und beifahrerseitig befindet sich der Motorkühler inlusive Vorwärmstecker.

3D CAD-Modell des Rucksacks


Lackierte Seitenteile hinter den Lufteinlässen

Der fertig montierte Rucksack am Modell

Auspuff als Druckteil fertig lackiert


Lufteinlass mit den Details der Kabinenhebehydraulik

Kombi-Rückleuchten Modell...


... und Original

Eine Herausforderung waren die Kombirückleuchten, die beim Original aus einem Ring mit LEDs für das Rücklicht und dem Blinker im Zentrum bestehen. Die Gehäuseteile habe ich im CAD gezeichnet und dann drucken lassen, die Bohrungen im Ring simulieren dabei die LEDs vom Original, was recht gut wirkt, wie man im Bild oben erkennen kann. Als Rücklicht dient eine rote 1,8 mm LED, das Blinklicht besteht aus einer orange leuchtenden 5 mm LED, die ich passend plangeschliffen habe. Das rote Glas wurde ebenfalls gedruckt, in Silikon abgeformt und dann mit rot eingefärbtem transparentem Harz gegossen. Dieses Harz muss für 90 Minuten im Ofen bei 70°C ausgehärtet werden, also alles in allem recht aufwändig.


Einzelteile der Kombi-Rückleuchten

 

Bei der Gelegenheit habe ich auch die Ansteuerung der Beleuchtung auf Pistenking Kingbus Lichtmodule umgestellt, die es speziell für den PB400 gibt. Das hat den großen Vorteil, dass nur zwei Leitungen aus der Karo herausführen und die Platine mit den Vorwiderständen wegfällt, was die Betriebssicherheit erhöht. Außerdem kann man den Kingbus direkt an die ScaleArt Commander anschließen und sieht über Symbole am Display genau, welche Lichter eingeschalten sind. Ziemlich cool!

Weil für den ScaleArt Commander kein KingPad nötig ist, habe ich am Sender Icons angebracht, das hilft beim Finden des richtigen Schalters.



Die ParkPro haben im Gegensatz zu den anderen PistenBullys eine Hebelsteuerung, weil damit das Fahrzeug im Park einfacher manövriert werden kann. Also kam auch bei meinem Modell die Lenksäule raus und eine Hebelsteuerung an die Armlehne. Statt der Lenksäule hat der ParkPro eine Abstützung für die Füße.

Zum Schluss wurde die Fahrerkabine unten schwarz lackiert und die ParkPro-Logos angebracht, die mir Kässbohrer freundlicherweise druckfähig zur Verfügung gestellt hat. Außerdem wurden die Spiegelhalterungen und Haltestangen schwarz lackiert.

PistenBully 400 ParkPro 4F

Als nächstes wird der vordere Geräteträger auf ParkPro-Mechanik umgebaut werden, die Teile sind bereits in Arbeit.

Und die gute Nachricht zum Schluss: Die Teile für den PB400 4F-Rucksack gibt es bei Pistenking als Bausatz von AT modellbau, und auch die Aufkleber und die Hebelsteuerung für den ParkPro.

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