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Schmidt Doppel-Schneeschleuder in 1:32

Von Wiking gibt es ein wunderschön detailliertes Modell einer Schmidt Zwei-Stufen-Schneeschleuder in 1:32, welche vom Maßstab exakt zu unserem JC PistenBully 400 passt. Auf eine Anregung von Klaus Bergdolt, der bereits eine solche Schneeschleuder erfolgreich motorisiert hatte, schaffte Albert zwei dieser Teile an, um eine funktionsfähige Doppel-Schneeschleuder zu bauen.

Zerlegen
Ausbohren
Motorisierung
Montage an der Pistenraupe
Video der ersten Funktionstests



Im Fachmagazin TRUCKmodell 3/2016 ist ein
6-seitiger Artikel von Klaus Bergdolt und mir über den Umbau der Schneeschleuder erschienen, wie üblich mit vielen Tipps zum Bau und zur Detaillierung.

Der Artikel ist hier als PDF zum Herunterladen verfügbar, mit freundlicher Genehmigung des Verlags.


Zerlegen

Zunächst muss die Schneeschleuder zerlegt werden, und hier leistet die Trommelwelle besonderen Widerstand. Die Endscheiben sind aufgepresst, und die Schleudertrommeln sind auf einer Riffelung fixiert. Wir haben die Welle an einem Ende vorsichtig aufgebohrt, und dann die Welle auf der Ständerbohrmaschine soweit auspresst, bis eine Trommel entnommen werden konnte. Die restlichen Teile ließen sich dann relativ leicht entfernen.


Ausbohren der Welle an einer Endscheibe

Welle mit Riffelung für die Trommeln


Einzelteile der Schneeschleuder


Ausbohren

Nachdem wir nun die Einzelteile in Händen hatten, ging es an das Aufbohren. Glücklicherweise sind alle zu bearbeitenden Teile aus Kunststoff, somit gehen diese Arbeitsschritte relativ leicht vonstatten. Der Kamin ist komplett zu und muss natürlich geöffnet werden, damit später der Schnee hier nach außen geschleudert werden kann.


Kaminauslass von oben

Schleuderradgehäuse und Kamin

Schleuderradmotorgehäuse

Schleuderrad von hinten

Dazu spannten wir die Teile in einem Schraubstock ein und bohrten sie vorsichtig aus. Den Rest höhlten wir mit dem Proxxon Micromot Tool und Schlüsselfeilen aus. Die Rückwand vom Schleudergehäuse muss glatt sein, dazu sind 1-2 Zapfen abzuschleifen, siehe Bild unten:


Schleuderradgehäuse mit ausgehöltem Kamin und dem ausgehölten Motorgehäuse

Beim Schleuderrad entfernten wir den Mittelzapfen mit einem 45°-Senker (siehe Bild unten links), um Platz für den Antriebsmotor zu schaffen. Deshalb musste auch der Montagezapfen für das Schleuderrad abgesägt werden (siehe Bild unten rechts).


Ausbohren des Schleuderrades mit einem 45°-Senker

Absägen des Zapfens am Trommelumlenkgetriebe

Zum Schluss bohrten wir die Frästrommeln aus, um Platz für die Antriebsmotoren zu schaffen. Dies ist der schwierigste Teil, und deshalb gingen wir entsprechend sorgfältig ans Werk. Die Trommel haben wir im Schraubstock mit Gummilappen vorsichtig soweit eingespannt, dass sie nicht mehr von Hand verdreht werden kann. Dann bohrten wir in mehreren Schritten, zuerst mit einem 4 mm Bohrer, dann 5 mm, und mit niedriger Drehzahl sehr langsam die Welle aus. Den Abschluss bildete ein 6,5 mm Bohrer, damit gerade genug Spiel für den Getriebemotor mit 6 mm Durchmesser besteht. Dabei fiel meistens das oberste Segment ab, welches aber mit Superkleber schnell wieder befestigt werden konnte. Die losen Kontaktstellen der Förderschnecke haben wir ebenfalls mit Superkleber fixiert, und dafür natürlich vorher mit einem Messer den Lack entfernt.


Vorsichtiges Ausbohren der Frästrommel


Nachdem wir die Kamine hohlgebohrt hatten, fiel der ursprüngliche Befestigungszapfen weg. Wir wollten sie aber auf jeden Fall drehbar haben, deshalb fiel die naheliegende Lösung flach, sie einfach in einer fixen Position zu verkleben. Nach etwas Überlegen haben wir dann kurze Stücke aus 1 mm Stahldraht unten in den Drehkranz vom Kamin geklebt (siehe Foto links).

Motorisierung

Für den Antrieb der Frästrommeln besorgten wir diese Motor-Getriebeeinheit, und diesen Micro-Motor für das Schleuderrad. Das Umlenkgetriebe für die Frästrommeln haben wir sorgfältig auf den Außendurchmesser des Getriebemotors mit 6 mm aufgebohrt. Für das Schleuderrad drehte Albert eine passende Nabe aus Kunststoff mit einer 1 mm Bohrung für die Motorwelle. Die Nabe wurde mit Superkleber in das Schleuderrad geklebt, und anschließend wurde ebenfalls mit Superkleber die Motorwelle in die Bohrung geklebt.


Antriebsmotor für das Schleuderrad

Schleuderrad-Nabe

Einkleben des Schleuderrad-Motors
Eingeklebter Schleuderrad-Motor

In das Schleuderrad-Gehäuse haben wir eine passende Ausnehmung für den Motor gefräst, und diesen dann sorgfältig ausgerichtet, sodass sich das Schleuderrad absolut freigängig drehen kann. Für das Verkleben mit Epoxy-Kleber haben wir ihn mit Zahnstochern in Position gehalten (siehe Bilder oben).


Micro-Getriebemotoren als Antrieb für die Frästrommeln

Das Verlöten der Kabel für den Trommelantriebe entpuppte sich als ziemliche Fummlerei, die verlöteten Kabelenden verstauten wir in entgegengesetzen Hohlräumen des Gehäuses, damit sie nicht in Kontakt kommen können. Die Getriebemotoren haben wir mit Superkleber in die Bohrungen geklebt.

Für den Antrieb der Frästrommeln hat Albert Wellenstücke aus 3 mm Messingdraht auf der Drehbank hergestellt, mit einer 1,5 mm Bohrung für die Motornabe. Da die Frästrommeln unterschiedlich breit sind, ergeben sich die Längen der Wellenstücke zu links 21,5 mm und rechts 18,5 mm. Als Mitnehmer dient eine Madenschraube, die wir aus M1,6 Schrauben kurzerhand selbst hergestellt haben.


Wellenstücke für die Frästrommel

M1,6 Madenschraube als Mitnehmer

Montage an der Pistenraupe

Das Räumschild ist abnehmbar, es ist mit einer sehr schwer zugänglichen Schraube befestigt. Nach Ausmessen der Aufnahmezapfen haben wir auf unserer Stepcraft CNC-Fräse eine Halterung aus schwarzem Kunststoff gefräst. Die beiden Schleudern haben wir mit einem Messing-Vierkanthohlprofil verbunden, dazu haben wir M2 Gewinde in die Schleuderhalterungen geschnitten. Diese Messingstange haben wir an die Halterung geklebt und dann über M2-Schrauben mit dem Geräteträger verbunden. Als nächstes machen wir dann noch einen Befestigungsrahmen ähnlich dem Original.


JC PB400 Schildträger

CNC-gefräste Halterung für die Schleuder

Ein PDF mit der bemaßten Zeichnung der Halterung kann hier heruntergeladen werden.


Verbinden der beiden Schleudern mit einem Messing-Vierkantrohr


Montage der Doppel-Schleuder am Geräteträger des JC PB400

Aus Messing-Vierkanthohlprofilen haben wir einen Rahmen gebaut, mit dem die Fräse am Geräteträger montiert wird. Die Litzen wurden an der Unterseite verlegt und verklebt. Die Verbindung zur Raupe wird über einen Stecker erfolgen.


Montagerahmen für die Doppelschneeschleuder am Geräteträger


Antriebsakku auf der Plattform

Den ursprünglichen Plan, die Schleuder über den Fahrakku zu versorgen, haben wir aufgegeben. Sie wird nun über einen separaten LiPo 1S Akku versorgt, den wir der Einfachheit halber mit einem Mikroschalter auf der Ladefläche untergebracht haben (siehe Foto links).

Das ist zwar optisch nicht die perfekte Lösung, aber für die Testläufe reicht es vorerst aus.

 


Die Schneeschleuder in ihrem Element. Ein Testlauf war zu dem Zeitpunkt noch nicht möglich.


Erster Funktionstest im Schnee (Video)

Die ersten Test im Schnee, ein leichter feinkörniger Pulver bei -6°C, waren eher ernüchternd. Die Wurfradgehäuse verstopfen sehr schnell, und die Drehzahl der Motoren sinkt deutlich. Der rechte Wurfradmotor blockierte sehr rasch, und ist deshalb im Video bereits nicht mehr aktiv. Die Schneeschleuder an sich funktioniert, wie man am ausgeworfenen Schnee erkennen kann. Nachdem die Raupe mit der JC-Fernsteuerung nur sehr schwer langsam geradeaus bewegt werden kann, haben wir sie für den Test händisch bewegt. Als nächster Schritt sind stärkere Wurfradmotoren geplant.

Video des ersten trockenen Funktionstests

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