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PistenBully 400 ParkPro 4F

von Albert Türtscher

Die Idee eine ParkPro Version zu bauen hatte ich schon länger, und da wir unsere eigenen Mikro-Hydraulikzylinder herstellen können, rückte dies in greifbare Nähe. Die langen Verfahrwege des Schildes lassen sich fast nur mit Modellhydraulik realisieren. 


Außerdem erweitern sich die Einsatzmöglichkeiten deutlich: statt hinter dem Haus Bahn um Bahn eine Piste zu präparieren, kann damit ein Fun-Park mit Kickern und Obstacles errichtet werden.


Wenn schon, dann sollte es natürlich das Topmodell in der Parkbearbeitung sein, nämlich der PB400 ParkPro 4F.

Neben der coolen Lackierung in rot/schwarz sind die neuen Lufteinlässe die markantesten optischen Änderungen zum PB400 Basismodell.

Das Modell ist ein Umbau von meinem PB400, der hier im Detail beschrieben ist.


Karosserie, Park-Pro Teile und Geräteträger sind bei Pistenking als Bausätze erhältlich.

Karosserie

3D-Fräsen auf der Stepcraft

Tiefziehformen für die 4F-Lufteinlässe vor dem Verschleifen mit gut erkennbaren Fräserbahnen

Nachdem die Formen verschliffen und lackiert wurden konnten die ersten Lufteinlässe tiefgezogen werden.

Die Blechteile des Rucksacks wurden im CAD erstellt und dann aus speziellem Riffelblech gelasert. Der Auspuff wurde als 3D-Druckteil gefertigt. Ein paar weitere Details wie zB der Tankstutzen für den Urea-Tank wurden als Gussteile erstellt. Dazu wurden sie zuerst in High Definition Acrylate gedruckt, einer neuen Drucktechnik die feinste Details zulässt, und dann in Silikon abgeformt. Wegen der großen Lufteinlässe habe ich die sichtbaren Details hinter den Lufteinlässen in CAD modelliert und drucken lassen. Fahrerseitig sieht man die Hydrauliksteuerung zum Anheben der Fahrerkabine und Plattform, und beifahrerseitig befindet sich der Motorkühler inlusive Vorwärmstecker.

Eine Herausforderung waren die Kombirückleuchten, die beim Original aus einem Ring mit LEDs für das Rücklicht und dem Blinker im Zentrum bestehen. Die Gehäuseteile habe ich im CAD gezeichnet und dann drucken lassen, die Bohrungen im Ring simulieren dabei die LEDs vom Original, was recht gut wirkt, wie man im Bild oben erkennen kann. Als Rücklicht dient eine rote 1,8 mm LED, das Blinklicht besteht aus einer orange leuchtenden 5 mm LED, die ich passend plangeschliffen habe. Das rote Glas wurde ebenfalls gedruckt, in Silikon abgeformt und dann mit rot eingefärbtem transparentem Harz gegossen. Dieses Harz muss für 90 Minuten im Ofen bei 70°C ausgehärtet werden, also alles in allem recht aufwändig.

Kombirückleuchte beim Modell

Kombirückleuchte beim Modell mit dem LED-Ring Effekt

Kombirückleuchte Original

Bei der Gelegenheit habe ich auch die Ansteuerung der Beleuchtung auf Pistenking Kingbus Lichtmodule umgestellt, die es speziell für den PB400 gibt. Das hat den großen Vorteil, dass nur zwei Leitungen aus der Karo herausführen und die Platine mit den Vorwiderständen wegfällt, was die Betriebssicherheit erhöht. Außerdem kann man den Kingbus direkt an die ScaleArt Commander anschließen und sieht über Symbole am Display genau, welche Lichter eingeschalten sind. Ziemlich cool!


Weil für den ScaleArt Commander kein KingPad nötig ist, habe ich am Sender Icons angebracht, das hilft beim Finden des richtigen Schalters.


Die ParkPro haben im Gegensatz zu den anderen PistenBullys eine Hebelsteuerung, weil damit das Fahrzeug im Park einfacher manövriert werden kann. Also kam auch bei meinem Modell die Lenksäule raus und eine Hebelsteuerung an die Armlehne. Statt der Lenksäule hat der ParkPro eine Abstützung für die Füße.


Zum Schluss wurde die Fahrerkabine unten schwarz lackiert und die ParkPro-Logos angebracht, die mir Kässbohrer freundlicherweise druckfähig zur Verfügung gestellt hat. Außerdem wurden die Spiegelhalterungen und Haltestangen schwarz lackiert.

Räumschild “Switchblade”

Die Karosserie und eine fetzige Lackierung allein machen noch keinen ParkPro. Für die Parkbearbeitung sind enorme Verfahrwege von Schild und Fräse notwendig, und deshalb hat Kässbohrer für die ParkPro-Version einen verlängerten Schubrahmen und ein spezielles Räumschild entwickelt. Diese Teile zu machen entpuppte sich als schwieriger und aufwändiger als ich ursprünglich dachte.


Der Schubrahmen wurde aus 10 mm Aluminium wasserstrahlgeschnitten und die hinteren Scharniere sind Messinggussteile. Die langen Zylinder konnten erst im 3. Anlauf gefertigt werden, da versagten sogar professionelle Firmen, denn auf diese Länge mit einer Reibahle eine präzise Oberfläche zu erzeugen ist alles andere als einfach.


Normaler Schubrahmen (links) und ParkPro (rechts)

ParkPro Hub- und Neigungszylinder

Für das normale Räumschild hatte ich CAD-Daten von Kässbohrer zur Verfügung, allerdings konnte ich diese nur für den unteren Teil verwenden. Für den Gabelmechanismus und das Schneegitter hatte ich für die Details gute Fotos zur Verfügung, die Haupt-Abmessungen konnte ich einer Zeichnung eines PB400 Park von Kässbohrer entnehmen.


Der Gabelmechanismus besteht hauptsächlich aus filigranen Nylon-Druckteilen, die aber erstaunlich stabil sind. Die Gabeln sind aus Aluminium und in Halterungen aus Messingdruckteilen geklebt. Jede Gabel ist zweifach kugelgelagert.

Zum Kanten der Teile schaffte ich eine Abkantbank an, und obwohl ich einige Übungsstücke machte, gingen trotzdem ein paar Teile daneben. Gut, dass ich mehr als einen Satz Laserteile bestellt hatte. Maßgenaues Kanten ist jedenfalls eine Wissenschaft für sich..


CAD-Modell des Gabelmechanismus

Das Schild besteht aus 117 Einzelteilen und 100 Schrauben

Abkantbank

Messing-Gussteile für Scharniere und Hydraulik

Die Betätigung der Transportgabel erfolgt natürlich ebenfalls hydraulisch, dafür kürzte ich einfach die alten Hubzylinder auf 10 mm Hub. Die Hydraulikanschlüsse machte ich aus gedruckten Messingteilen so original wie möglich. Aufgrund der Schlauchdimensionen beim Modell können sie nicht genau maßstäblich verkleinert werden.

Gabelzylinder beim Original...

... und beim Modell

Schlauchanschlüsse und Halterung beim Original...

... und beim Modell

Beim Swichblade wird das Schneegitter durch Verstrebungen stabilisiert, die gleichzeitig als Verzurrösen für Ladegut dienen. 

Beim Parkshapen wird das Cordmuster im Schnee oft beim Rückwärtsfahren mit dem Schild erzeugt (Backbladen), deshalb habe ich wie beim Original Rillenblöcke an der Gleitkufe angebracht. Dafür habe ich ein Urmodell hochdetailliert drucken lassen, und dann abgeformt und mit PU-Gussharz vervielfältigt.

Rillenblöcke an der Gleitkufe für das Backbladen

Details: Transporthalterung

Geräteträger hinten

Beim PB400 ist noch die ältere Version des Geräteträgers verbaut, und nachdem dieser nicht in 1:12 verfügbar ist, war wieder Selbermachen angesagt. Die Teile erstellte ich im CAD und ließ sie dann in Messing drucken, was eine eher kostspielige Angelegenheit war. Um die maximalen Verstellwege zu erreichen, musste ich auch hier die Hydraulikzylinder selber fertigen. Neben der Hubfunktion ist auch die Neigung der Fräse über den oberen Zylinder hydraulisch verstellbar.


Auch hier habe ich jedes Detail so gut es ging umgesetzt, man beachte z.B. die Schlauchführung für den oberen Zylinder.


CAD-Modell des hinteren Geräteträgers

Messingdruckteile

Geräteträger lackiert und montiert

Geräteträger beim Original… 

… und beim Modell

Hydraulik

Für den ParkPro habe ich letztendlich praktisch die gesamte Hydraulikanlage ausgetauscht. Zunächst habe ich die Pumpe ausgetauscht, weil eine geringere Fördermenge feinfühligeres Steuern ermöglicht. 

Mit der Transportgabel kam eine weitere Hydraulikfunktion dazu, aber die bestehende Anlage konnte ich beim besten Willen nicht mehr erweitern. Ich entschied mich für einen Ventilblock von Modellbau Tobias Braeker, der sicher zum Hochwertigsten zählt, was am Markt zu haben ist. Damit konnte ich dann auch noch weitere Hydraulikfunktionen umsetzen, wie die oben erwähnte Neigung der Heckfräse. Und als Tüpfelchen auf dem i sind nun auch die beiden Seitenfinisher getrennt einklappbar, so wie beim Original. Das sind dann mit der Schwimmstellung für die Fräse insgesamt 12 Hydraulikventile und damit der größte Block, den Tobias Braeker bislang ausgeliefert hat. Mit Fahrtregler, Pumpe und Fräswelle sind damit sämtliche 16 Steckplätze des Scaleart Commander Empfängers belegt.


Der Hydraulikventilblock von Modellbau Tobias Braeker passt haargenau in die schmale Wanne:



Mit den langen Hydraulikzylindern vorne und dem originalgetreuen Geräteträger hinten sind die beeindruckenden Verstellwege von Schild und Fräse der ParkPro-Version auch im Modell möglich: 

Technische Daten

Allgemein:

- Maßstab: 1:12

- Wanne, Ketten, Geräteträger, Räumschild, Heckfräse von Pistenking

- PB400 Karosserie von AT modellbau
- Gewicht: 6,7 kg (inklusive Fahrakku)


Hydraulikkomponenten:

‍​- Pumpenantrieb von Modellbau Martin Kampshoff, Robbe brushless Motor mit Robbe Fahrtregler

- Pumpe IPZ0-HR2 von Jung-Fluidtechnik, 180 ml/min Fördermenge

- Ventile: Ventilblock von Modellbau Tobias Braeker

- Schläuche und Anschlüsse von Modellbau Tobias Braeker

- Hydraulikzylinder: alle Eigenbau

- Strombedarf Pumpe: 4,8 A 

- Betriebsdruck: 25 bar 


Elektronikkomponenten:

- Fernsteuerung ScaleArt Commander SA-1000 mit CM-5000 Empfängermodul

- Doppelfahrtregler Pistenking

- Castle Creations CC BEC zur Versorgung des Fräsenwellenantriebs mit 7,2 V 

- Fahrakku Turnigy nano-tech LiFePo 4S, 13,2 V, 20C discharge, 2100mAh

- Pistenking Kingbus Universalmodule für die Lichtsteuerung 

- Rückfahrpiepser Pistenking

- Rundumkennleuchten Pistenking

Literatur

Im Fachmagazin Rad & Kette 1/2018 und 2/2018 ist ein zweiteiliger Artikel von mir über den Bau des PB400 ParkPro 4F veröffentlicht worden. Teil 1 ist über den Bau der Karosserie, und Teil 2 über die Anbaugeräte und Hydraulik.

In Ausgabe 1/2019 ist ein Artikel über den Bau von Obstacles für den Funpark erschienen. 


Die Artikel sind als PDF-Dateien zum Herunterladen verfügbar (mit freundlicher Genehmigung des Verlags), einfach auf das Bild klicken. 



Von Kässbohrer erhielt ich freundlichwerweise gleich die notwendigen Zeichnungen, und Adrian Humbel hat dringend benötigte Detailfotos von den Lufteinlässen und dem Rucksack beigesteuert. Danke!!!


Also war seit langer Zeit mal wieder 3D-Modellierung im CAD angesagt um die Form des Lufteinlasses zu erstellen. Rechts ein Vergleich des CAD-Modells mit dem Original.


Die Tiefziehformen habe ich auf meiner Stepcraft 400 CNC-gefräst, die damit ihren ersten echten 3-Achs-Einsatz hatte. Die Steuerung erfolgt über die bewährte Mach 3 Software. Ein Fräsvorgang dauert ca. 1,5 Stunden pro Lufteinlass.


Copyright © 2019 Walser Pistenraupenmodellbau 

Copyright © 2019 Walser Pistenraupenmodellbau 

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